Feuchte altersabhängige Makuladegeneration

Feuchte Makuladegeneration
Feuchte Makuladegeneration

Was ist eine feuchte Makuladegeneration?

Bei der feuchten Makuladegeneration wachsen krankhafte Blutgefässe aus der gefässreichen Aderhaut unter die Netzhaut ein. Diese Blutgefässe bluten leicht und lassen Flüssigkeit unter und direkt in die Netzhaut austreten. Dadurch kommt es zu einem sogenannten Makulaödem mit Verdickung der Netzhaut. Die Bildung dieser Gefässe wird durch ein Wachstumshormon, den Vascular Endothelial Growth Factor (abgekürzt VEGF), ausgelöst. VEGF bewirkt und fördert zudem die Durchlässigkeit der krankhaften Gefässe. Die feuchte Makuladegeneration schreitet unbehandelt meist viel rascher voran als die trockene Form und endet mit der Ausbildung einer Narbe in der Netzhautmitte.
Feuchte Makuladegeneration
Feuchte Makuladegeneration

Was sind die Symptome der feuchten Makuladegeneration?

Zu Beginn klagen die Patienten über eine Sehverschlechterung mit Leseschwierigkeiten. Oft wird auch über ein Verzerrtsehen von geraden Linien wie Tischkanten oder Türrahmenberichtet. In der Mitte des Sehfeldes entsteht in fortgeschritteneren Stadien ein schwarzer oder grauer Fleck. Um diesen Fleck herum bleibt im peripheren Gesichtsfeld ein schemenhaftes Sehen erhalten.

Kann eine trockene in eine feuchte Makuladegeneration übergehen?

Bei einer bereits bestehenden trockenen Makuladegeneration können im Verlauf auch krankhafte Blutgefässe unter oder in die Netzhaut einwachsen. Dies kann zu einer zusätzlichen Sehverschlechterung oder einem Verzerrtsehen führen. Das Risiko für einen solchen Wechsel von der trockenen in die feuchte Form ist auch erhöht, wenn am zweiten Auge bereits eine feuchte Makuladegeneration vorliegt.

Was kann ich selbst zur Frühdiagnose beitragen?

Sie können die Funktion Ihrer Makula regelmässig mit dem sogenannten Amsler-Netz testen. Mit dieser Untersuchung sind Sie in der Lage, frühe Veränderungen im zentralen Gesichtsfeld festzustellen, die Ihnen vielleicht sonst nicht ohne weiteres auffallen würden. Wir können Ihnen das Amsler-Netz im Rahmen Ihrer Konsultation im Augenzentrum oder Makula-Zentrum Bahnhof Basel gerne aushändigen. Am besten führen Sie die Untersuchung in regelmässigen Abständen durch und gehen dabei wie folgt vor:


Amsler-Netz (zum Vergrössern bitte anklicken)
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  1. Tragen Sie Ihre Lesebrille und schauen Sie auf das Netz im normalen Leseabstand.
  2. Bedecken Sie ein Auge.
  3. Schauen Sie direkt auf das Zentrum des Netzes auf den kleinen schwarzen Punkt.
  4. Während Sie auf das Zentrum des Netzes schauen, achten Sie darauf, ob alle Linien des Netzes gerade bzw. ob sie in bestimmten Bereichen verzerrt, verschwommen oder unscharf sind.
  5. Wiederholen Sie diesen Vorgang mit dem zweiten Auge.
  6. Erscheinen Linien krumm oder Quadrate verbogen, kontaktieren Sie uns umgehend und schildern Sie Ihre Beobachtung.
Amsler-Netz (zum Vergrössern bitte anklicken)
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Wie erfolgt die Diagnose einer altersabhängigen Makuladegeneration?

Durch die Untersuchung an der Spaltlampe (Biomikroskopie der Netzhaut) bei erweiterter Pupille ist man meist in der Lage, die Diagnose oder den Verdacht auf eine Makuladegeneration zu stellen. In Ergänzung dazu verfügen wir über die Möglichkeit, verschiedene Spezialuntersuchungen durchzuführen. Mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) können wir ohne Strahlenbelastung Querschnittsbilder der Netzhaut erstellen. Dabei lassen sich die Flüssigkeitsansammlungen unter oder in der Netzhaut erkennen. Dies ermöglicht auch eine besonders genaue Verlaufskontrolle nach den Injektionen (siehe Behandlung einer feuchten Makuladegeneration). Wenn keine Flüssigkeit mehr im OCT zu erkennen ist, braucht nicht behandelt zu werden, tritt erneut Flüssigkeit auf, sollte die Behandlung wiederholt werden.

Zum Nachweis oder Ausschluss einer feuchten Makuladegeneration kann am Makula-Zentrum zusätzlich eine Fluoreszenzangiographie durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchung werden die Netzhautgefässe und damit auch die undichten krankhaften Blutgefässe, wie sie bei einer feuchten Makuladegeneration auftreten, dargestellt. Es wird dabei ein spezieller Farbstoff in eine Armvene gespritzt und dessen Verlauf in den Gefässen fotografiert.

Wie kann eine feuchte Makuladegeneration behandelt werden?

Heutzutage kann die Makuladegeneration durch das Spritzen von Medikamenten in das Auge behandelt werden (Intravitreale Injektionen). Dabei wird eine kleine Menge eines speziellen Wirkstoffs (Lucentis oder Eylea) direkt in den Glaskörperraum des Auges gespritzt. Diese Wirkstoffe sind ein Gegenmittel gegen das Wachstumshormon (VEGF), das die Bildung von krankhaften Blutgefässen verursacht. Durch die Wirkung des Medikaments kommt es zu einem Rückgang der Flüssigkeitsansammlungen und zur Rückbildung der Gefässe. Da der Wirkstoff nur über wenige Wochen im Auge bleibt, muss diese Behandlung öfters wiederholt werden, im Durchschnitt fünf bis sieben Mal im ersten Jahr der Behandlung. Meist beginnt man mit drei Injektionen in Abständen von vier Wochen und kontrolliert in vier- bis sechswöchigen Abständen den Verlauf. Zeigen sich erneut Zeichen einer Erkrankungsaktivität, erfolgt eine weitere Behandlung. Obwohl viele Patienten über Jahre behandelt werden müssen, kann damit meist eine Stabilisierung und manchmal auch eine Verbesserung der Sehschärfe erreicht werden. Die Behandlung wird am Makula-Zentrum Bahnhof Basel unter sterilen Bedingungen durchgeführt. Da vorher Betäubungstropfen in das Auge gegeben werden, ist die Injektion kaum schmerzhaft. Nach der Behandlung müssen für einige Tage antibiotische Tropfen verabreicht werden und es erfolgt eine Kontrolluntersuchung bei uns oder ihrem behandelnden Augenarzt. Nebenwirkungen treten bei dieser Therapie kaum auf. Harmlos und häufig sind kleine Blutungen an der Einstichstelle. Die schwerste Nebenwirkung ist eine Infektion im Auge, die bei 0.1 Prozent der Behandlungen auftreten kann.



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