Operations mittels Laser (Femto-Phako)?

Trotz der sehr guten Ergebnisse nach Kataraktchirurgie mit dem Ultraschall als etablierte Methode der Phakoemulsifikation werden neue Methoden mit dem Laser entwickelt, die zusätzliche Schonung für das Gewebe (vor allem für das Hornhaut-Endothel) versprechen.

Marketing versus Patientennutzen
Bei uns Ärzten liegt dabei eine besondere Verantwortung, die theoretischen Erwartungen und oftmals kommerziell getriggerten Versprechen der Hersteller-Firmen sowie die nicht selten durch die Presse und Medien verstärkten Erwartungen der Pateinten kritisch zu bewerten und anhand von wissenschaftlichen Studien einzuordnen. So erleben wir derzeit eine unverhältnismässige Bewerbung und wirtschaftlich betriebene Anwendung des Femto-Lasers in der Kataraktchirurgie, obwohl unabhängige wissenschaftliche Studien keine klinische Überlegenheit, teilweise sogar Nachteile für diese jüngere Methode zeigen (A. Liekfeld / R. Menapace).

Studien
In einer aktuellen Studie im Journal of Cataract an Refractove Surgery (2/2017), einer der renommiertesten Fachzeitschriften der Augenheilkunde, untersuchte eine österreichische Forschungsgruppe die Resultate der klassischen Operation des grauen Stars im Vergleich mit der Femtophakoemulsifikation, spannenderweise wurde ein Auge mit dem Femtolaser (auch als Femto-Phako bezeichnet) und das andere Auge des Patienten konventionell operiert. Das Resultat war eindeutig, es zeigte sich kein Unterscheid zwischen den beiden Techniken, ausser dass die Operation mit dem Femtolaser deutlich länger dauerte.

Mehr als die Hälfte der Patienten würden, nachdem beide Augen operiert waren, die Operation ohne Femtolaser vorziehen.

Wir selbst konnten in einer, mittlerweile in den klinischen Monatsblättern für Augenheilkunde und im Augenspiegel veröffentlichten, klinischen Forschungsarbeit zeigen, dass unsere manuelle Technik gegenüber der Femtolaser assistierten Operation des grauen Stars mindestens ebenbürtig – wenn nicht komplikationsarmer ist.

Fazit
Zusammengefasst fehlt auch noch 10 Jahre nach der Einführung des Femtolasers in der Operation des grauen Stars der Nachweis eines besseren Resultats, welcher die erheblichen Mehrkosten für den Patienten rechtfertigen würden. Allgemein setzt sich in der Augenheilkunde die Erkenntnis durch, dass ein erfahrener Operateur tendenziell die besseren Resultate erzielt, als der Einsatz des Femtolasers und - erst noch wesentlich preisgünstiger - als rein kassenpflichtige Leistung zu haben ist. Aus diesen Gründen hat sich das Augenzentrum Bahnhof Basel gegen den Einsatz eines Femtosekunden-Lasers entschieden. Wir setzen weiterhin auf erfahrene Chirurgen mit bestem Nutzen für den Patienten.



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